Besuch in der alten Heimat

 

Nachdem laut einem Vorstandsbeschluss die Heimatsortsgemeinschaft sich zur Aufgabe gemacht hat die Renovierungs- und Sanierungsarbeiten an der katholischen Kirche in Gange zu setzen, besuchten wir als Vertreter der Heimatsortsgemeinschaft vom 12.bis 16. Mai 2018 unser Heimatdorf Triebswetter. Gleichzeitig wollten wir uns mit diesem Aufenthalt einen Überblick über die bereits getätigten Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten im katholischen Friedhof verschaffen.

 

Nach unserer Ankunft besuchten wir am Sonntag Hans Paizsin, der noch mit seiner Familie in Triebswetter wohnt und als Friedhofsaufseher für die Koordination der Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten auf dem Friedhof bestimmt wurde. Im Hof seines Anwesens trafen wir auf seine Mutter, Barbara Paizsin, die am Tag zuvor bei bester Gesundheit ihren 96. Geburtstag feierte und somit die älteste Dorfbewohnerin ist. „Bäsl Babi“ war fleißig beim „Kukuruz ribble“ und wie Hans Paizsin uns erzählte, hat sie bereits die gesamte Maisernte allein vom Kolben entfernt. Anschließend fuhren wir zum Friedhof und machten gemeinsam einen Rundgang. Nachdem vor ein paar Jahren das ganze Gelände vom wuchernden Gestrüpp befreit und gesäubert wurde, wurden bis in diesem Jahr zum jetzigen Zeitpunkt an mehreren Tagen Reinigungsarbeiten durchgeführt. Als Problem hat sich hierbei das Sammeln und der Abtransport der großen Müllmengen aufgetan. Gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung wird nun nach einer Lösung gesucht. Die Errichtung eines Sammelplatzes für die Abfälle, der regelmäßig angefahren wird, ist als weiteres Vorhaben geplant. Die Friedhofsarbeiten 2018 werden aus den Spendeneinnahmen für den Triebswetterer Kalender 2018 beglichen.

 

Das Sorgenkind der Triebswetterer ist jedoch die katholische Kirche. Die Triebswetterer Kirche zählt zu den größten Dorfkirchen im Banat. Die bisher von Spenden finanzierten Renovierungsarbeiten konnten leider den Verfall nicht aufhalten. Über den aktuellen Zustand und Aussehen der Kirche, der zu wünschen übriglässt, konnten wir uns während der Teilnahme am Gottesdienst und der darauffolgenden Besichtigung, einen Einblick verschaffen. Zur Restaurierung/Sanierung des Kirchengebäudes wären hohe Summen an Gelder notwendig, die jedoch nicht ohne Weiteres von Privatleuten aufzubringen sind.

 

Zur Klärung der Besitz- und Eigentumsverhältnisse wandte sich der Vorstand der HOG Triebswetter und die Gemeindevertreter an die Diözese in Temeswar. Als kleiner Erfolg kann inzwischen die Einigung zur Klärung der Eigentumsverhältnisse der Kirche verzeichnet werden. Die Diözese Temeswar hat die Zustimmung zur Übertragung der Kirche an die Gemeinde Triebswetter erteilt. Die Eintragung ins Grundbuch ist veranlasst.

 

Wir bedanken uns hiermit nochmals bei Herrn Dr. Ing. Heinz Vogel, ein Triebswetterer mit Leib und Seele, der sich unermüdlich in Deutschland und vor Ort in Rumänien, für Triebswetter und dessen Belange einsetzt.

 

Bei einem Gespräch am 14. Mai 2018 in Großsanktnikolaus, an dem der Vertreter der Diözese, der für die Gemeinde Triebswetter zuständige Pfarrer Attila Ando, der Bürgermeister der Gemeinde Triebswetter Vasiu Stoian,  Dr. Ing. Heinz Vogel und wir teilnahmen, wurde nochmals die Dringlichkeit der Renovierung verdeutlicht und die Vertreter beider Institutionen haben nochmals versichert, die Angelegenheit zu beschleunigen und die Eintragung im Grundbuch so schnell wie möglich, noch in diesem Jahr,  zu vollziehen. Dies ist unbedingt notwendig, da für das Projekt Gelder im Haushaltsplan für 2019 veranschlagt werden müssen, damit anschließend rechtzeitig die Anträge für die Finanzierung des Projektes bei den verschiedenen Ministerien gestellt werden können.

 

Der Bürgermeister der Gemeinde Triebswetter Vasiu Stoian setzt sich mit großem Engagement für die Realisierung dieses Projektes ein. Als Vertreter der Gemeinde hat er uns zugesichert, sich für die Belange aller Ortsbewohner, inklusiv für die Deutschen, die noch in Triebswetter leben, einzusetzen. Es ist beabsichtigt und es wäre wünschenswert, die Renovierungsarbeiten bis zum Jubiläum 250 Jahre seit der Ansiedlung der Deutschen in Triebswetter im Jahr 2022 fertigzustellen und dann dieses Ereignis mit einem Kirchweihfest gebührend zu feiern.

 

Triebswetter steht als Gemeinde gut da. Seit dem Amtsantritt von Bürgermeister Vasiu Stoian wurden in den letzten 5 Jahren sämtliche Straßen asphaltiert, Wasser und Abwassersysteme gelegt, eine Kläranlage, jeweils eine Einsegnungshalle für den katholischen und den orthodoxen Friedhof gebaut, ein neuer Kindergarten und Kulturhaus eingerichtet, sowie das alte Fußballstadion, welches jetzt Peter Fenesi heißt, saniert und neueröffnet. Der Bürgermeister hat uns bei einer Fahrt durch das Dorf sämtliche Errungenschaften gezeigt und gemeinsam mit weiteren Gemeindevertretern sehr gastfreundlich empfangen. Für die nächsten Jahre ist der Neubau der Schule mit Sporthalle, sowie die Ansiedlung ausländischer Investoren (REWE-Gruppe), welche 400 Arbeitsplätze schaffen wird, geplant.

 

Sämtliche Projekte, die bisher von der Gemeindeverwaltung geplant waren, wurden mit Erfolg durchgeführt. Somit hoffen nun alle Triebswetterer, dass mit der Unterstützung der Gemeindeverwaltung und des Bürgermeisters Vasiu Stoian 2019 auch mit der Renovierung der Kirche im nächsten Jahr begonnen wird. Allen Beteiligten gebührt für ihre Unterstützung unser Dank.

 

Obwohl unser Besuch, bei dem alte und neue Erinnerungen aufkamen nur drei Tage dauerte, wurde uns in dieser kurzen Zeit noch einmal das Gefühl des Heimkommens verdeutlicht. Wir freuen uns auf den nächsten Besuch in Triebswetter. Gleichzeitig hat sich für uns, als neue Mitglieder im HOG Vorstand gezeigt, dass der Einsatz und das Wirken für sein Heimatdorf lohnenswert sind.

 

 

 

Lia Wolf und Werner Wolf

 

 

 

 

                   

Barbara Paizsin                                                                                                                                   v.l.n.r. Werner Wolf, Lia Wolf, Vasiu Stoian